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08.12.2009 | Anlässlich der Gemeindeversammlung vom 7. Dezember wurde Gemeindepräsident Fredy Siegenthaler verabschiedet.
Laudatio von Stefan Krattiger anlässlich der Gemeindeversammlung vom 7. Dezember 2009.
Liebi Aegerterinne, liebi Aegerter Liebi Awäsendi Liebe Fredy
Das isch se auso gsi. Die 28ischti und letschti Gmeindsversammlig wo du hesch präsidiert.
Sone Laudatio isch jo nid immer ganz eifach. Schliesslech seit me bi so Glägeheite nume guets. Und mängisch, je nach Person, muess me de vielleich chli lenger überlege, bis eim aus das gute i Sinn chunnt. I däm spezielle Fau isch’s mer – wenig überraschend – überhoupt nid schwär gfaue. Ig muess hie zum Glück nüt verzeue, woni säuber nid rächt gloube. Ig cha auso rede, ohni rot z’wärde derbi. Und i chönnt ou ohni witeres läng wärde. Das, liebe Fredy, chasch scho mou aus ganz grosses Komplimänt zum Afang verbueche.
Ig weiss nid, ob du di überhoupt no chasch dra erinnere. Ig ha dini kommunali Polit-Karriere im Fau vo Afang a huutnoch verfougt. Du bisch nämlech sogar tschuud, dass ig zum erschte Mou i mim Läbe mit Gmeindspolitik bi i Berüehrig cho. 1995 isch das gsi. Denn si Gmeindswahle gsi ds Aegerte und du, dr Oberlehrer, hesch den wieder kandidiert. Füre Gmeindrat. Und ig bi zu dir id Schueu. Ir füfte Klass isch das gsi. Und wüu di Chopf denn hie und do isch ds gseh gsi im Dorf, het de irgendöbber ir Klass mou gfrogt, was das eigentlech söu und was das überhoupt isch, dä «Gmeindrat». So si mir denn «usserlehrplanmässig» zu üsere erschte Lektion i Staatskund cho. Du hesch üs erklärt, dass das d’Regierig vo üsem Dorf sigi. Und im Verlouf vo dine Erklärige isch de sogar eim vo de damalige Klassegschpänli i Sinn cho, dass jo si Papi säuber ou Mitglied vo däm gheimnisvoue Gremium isch.
Sehr wahrschiinlech si mir denn beidi nid unbedingt dervo usgange, dass mir hie und hüt i dere Konstellation stöh. Wo ig 2003 Gmeindrat bi worde, no grüen hinger de Ohre und grad knapp 20gi, het me hie und da gmunklet, dass jz haut dr Krattiger nomou zum Sigenthaler id Schueu geit. Dass ig das denn nid so gärn ha ghört, isch gloub klar. Aber äs het gstumme: Ig bi nomou zu dir id Schueu. Das mou isch’s nid um Mathematik, um Dütsch oder Zeichne, sondern um d’Gmeindspolitik gange. Und ig darf säge: I ha’s vo eim vo de Beschte dörfe lehre! Ou wenn mer üs nid immer einig si gsi. Das isch schliesslech ir Schueu ou nid angers. Ig fröie mi, dass i das Amt darf übernäh. Dopplet fröit’s mi, dass ig’s usgrächnet vo dir darf übernäh.
Ds Bieler Tagblatt het im Vorfäud vo de Wahle mou geschriebe, dass ds Aegerte dermit ä Ära z’Änd geit, d’Ära Siegenthaler. Das isch äs grosses Wort und mir wüsse, dass Journalischtinne und Journalischte mit grosse Wörter mitunger rächt locker um sech schmeisse. I däm Fau isches aber abrocht und genau ds richtige Wort. Äs isch drum richtig, wüu du üses Dorf während fasch zwöi Johrzähnt hesch prägt wie kei angere. Vo 1992 bis 1997 bisch Gmeindrat gsi (Ressort Soziales) und när ab 1998 Präsi. Du hesch dini Spure hingerloh, wie me so schön seit. Zauriich si sie, dini Spure. Du hesch us Aegerte ä moderni Gmeind gmacht und du hesch Aegerte is 21ischte Johrhundert gfüehrt. Natürlech hesch du das tatsächlech gmacht, aber no viu meh im übertragene Sinn.
Dis Ziel isch immer gsi – und do het dr begeischteret Fuessbauer i dir düredrückt – üsi Gmeind «fit» ds mache. Das het mängisch chli salopp tönt und ab und zue het me das vielleich chli belächlet. Und isch sech derbi gar nid bewusst gsi, wie passend dä Usdruck eigentlech isch. «to fit» isch änglisch und heisst «austatten», «bestücken», «einpassen» oder ou «passend mache». Öbbis auso so witerentwickle und ufsteue, dass es sire Umwäut gwachse isch, dasses die sech steuende Herusforderige cha meischtere. Dass äs sich cha düresetze.
Das isch nid äs Zuckerschläcke gsi, sondern meischtens herti Chnochearbeit. Du bisch fliessig gsi. Du hesch erkannt, dass die Gemind, dermit si cha erfougriich si, zersch Grundlage muess schaffe. Und genau das hesch du gmacht, konsequänt und mit äre ungloubleche Usduur. Das si meischtens nid die grosse Uftritt gsi, wo aui hei applaudiert. Genau dere churzfrischtige Versuechig, wo ir Politik – sig’s uf Gemindsäbeni oder national – augägewärtig isch, hesch du widerstange. Äs git gloub kes Reglemänt ds Aegerte, wo nid dini Ungerschrift drunger steit, wo nid dini Handschrift zwüsche de Zile und im Inhaut erkennbar isch. Was nümm «up to date» isch gsi, hesch überarbeitet, so dasses verhet. Und die wo’s no nid het gäh, wo mer aber hei bruucht, die hesch du zäme mitem Gmeindrat gschaffe. Du hesch umorganisiert, hesch d’Zämearbeit mit de angere Gmeinde gsuecht u gfunge. Aus letschte grosse Wurf hesch dr Ortsplanigsrevision di Stämpu ufdrückt. Aues Grundvoruussetzige, dass die Gmeind funktioniert, dass sich üses Dorf entwicklet.
Dass du üsi Gmeind i somene Zuestand übergisch, dass rächne mir dir höch ah. Dass es viellech punkto Entwicklig und ou finanziell nid immer ganz so isch gloffe wie du und wie mir üs das gwünscht hätte, das wie mer nid verschwiege. Das het aber nid mit dire Politik z’tüe, sondern dermit, dass so Sache haut nid vo hüt uf morn griife. Politik verlangt Geduud. Und tatsächlech geit’s obsi. Äs wird bout. Uf dr Chrüzmatte isch’s scho passiert, anergi grossi Projekt, zum Bispiu im Stockfäud, si uf dr Zielgerade. Und äs isch haut typisch, dass meischtens ersch dr nöchscht cha ärnte, was dä vorhär müehsam het gsäit. «Wirkungsverzögerungen» nennt me de das im Fachjargon. Drum, liebe Fredy, du bisch üse «Saemann» gsi und mir si feusefescht dervo überzügt, dass mir i de nächschte Johr wärde chönne ärnte. Und denn, das sägi dir jz hie, darfsch du dir ä riesigi Schiebe dervo abschniede, ganz unbescheide.
Aber natürlech isch das nid aues. Du bisch für Aegerte ä Staatsmaa gsi, ou wenn das i däm Zämehang viellech chli hochgstoche tönt. Du hesch üses Dorf und sini Interässe hartnäckig verträte. Du hesch regional gwürkt und hesch üses Fahndli immer höch ghaute. Dank dir weiss me im Seeland, dasses Aegerte git. Und me weiss, dass me’s ruehig darf ärnscht näh. Ig bi i de letschte Wuche äs paar mou ä regionale Aläss gsi, zum Bispiu bis Seeland.Biel/Bienne. Und überau hani die Gspräch gspürt, dass si wüsse, was si a dir hei gha. Klar sit dir nid immer gliicher Meinig gsi, aber dr Respäckt, dä gspürt me dütlech.
Dä Respäckt, dä bringt dir natürlech ou dr Gmeindrat entgäge. Zum eine wäge dim schier ungloubleche Wüsse, zum angere natürlech wäge dire Kollegialität, dim Humor und dire Art. Immer wieder hani gstuunet – und do darfi gloub für au mini Kolleginne und Kollege rede – wie stattufescht du i de verschiedene Dossiers bisch gsi. Nid nume bi dine eigete notabene, sondern praktisch bi aune. Äs passt zu dim Verständnis vo dim Amt. Ganz offiziell hesch du nämlech zwöi Ämter: Du bisch «Präsident des Gemeinderates» und «Präsident der Gemeinde». Ds erschte, das beinhautet d’Leitig vo de Gmeindratssitzige. Das hesch du gmacht. Effizient, kompetänt und 221 Mou. Im Gägesatz zu mängem angere Gmeindspräsident hesch du di aber nie uf die Teilufgab beschränkt. Du hesch Gmeind gfüehrt. Du hesch dr Rat, aber ou d’Verwautig zumene Team zämegschweisst, hesch üs ungerstützt, bisch hinger üs gstange. Dass du das hesch gschafft und glichzytig üs, dine Kolleginne und Kollege, üse Gstautigspielruum hesch glo, üs nid i üses «Gärtli» bisch tschaupet – für das gebührt dir üse ganz Respäckt und mir danke dir mit däm, wo du üs während au dene Johr ou hesch entgägebracht: Mit Loyalität, Kollegialität und – i bruuche das Wort ganz bewusst – mit Fründschaft. Öbbis wo hoffentlech ou nach dire Amtszyt nid verlohre geit.
Merci viumou, liebe Fredy. |